Postvention nach Häuslicher Gewalt – ein Thema tut Not

Beratung und Begleitung nach Häuslicher Gewalt und bei schwierigen Familiensituationen für Fachleute, Behörden und Betroffene

In der Schweiz findet durchschnittlich jede Stunde ein polizeilicher Einsatz gegen Häusliche Gewalt statt. Von den gemeldeten Vorfällen sind jährlich rund 18 000 erwachsene Frauen und Männer und schätzungsweise etwas mehr als 10 000 Kinder betroffen. Die Dunkelziffer ist hoch.

Was geschieht mit den Betroffenen nach den ersten Tagen der gewaltschutzrechtlichen Trennung, wenn die Beratungs- und Betreuungsangebote durch spezialisierte Institutionen und Stellen zu Ende gehen? Untersuchungen haben gezeigt, dass keine öffentlichen Mittel oder Dienste zur Verfügung stehen, um Paare oder (Rest)Familien nach Abschluss der polizeilichen Schutzmassnahmen während ihrer Trennung oder Neustrukturierung der Beziehung/en zu begleiten. Das Angebot der «Postvention nach Häuslicher Gewalt» schliesst diese Lücke.

Unter dem Begriff der «Postvention» wird ein systemisches Beratungs- und Begleitungskonzept verstanden, das nach einem Vorfall Häuslicher Gewalt zur Anwendung kommt. Es hat zum Ziel, Wiederholungen der Gewalt zu verhindern und den Schutz gewaltbetroffener Personen – vor allem auch der Kinder – in Zusammenarbeit mit bereits involvierten Stellen zu gewährleisten.